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Unterschiedliche Fahnentypen

Deutschlandfahne auf dem Reichstag

Fahne ist nicht gleich Fahne.

Die unterschiedlichen Anforderungen und Einsatzgebiete verlangen verschiedenste Fahnentypen. Dabei steht einerseits eine effektive, langlebige, repräsentative Nutzung im Vordergrund. Andererseits ist auch ein hohes Maß an Flexibilität gefragt, um beispielsweise schnell und wirkungsvoll auf Aktionen, Events, Sonderangebote oder dergleichen aufmerksam zu machen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Fahne und einer Flagge?

Fahne = Unikat mit hoher symbolischer Bedeutung, wird an Fahnenstange fixiert. Truppen- sowie Vereinsfahnen sind typische Vertreter

Flagge = existiert in mehrfacher Ausführung, wird gehisst und für Repräsentationszwecke genutzt. Die Bundesflagge wird nicht als Deutschlandfahne bezeichnet.

Diese Frage stellte bereits Sheldon Cooper in seiner Webshow Spaß mit Flaggen, da ihm bewusst ist, dass die Wörte umgangssprachlich häufig gleichbedeutend gebraucht werden. Eine Fahne ist stets ein Unikat und wird als solches behandelt. Sie ist oft mit speziellen Symbolen, Emblemen oder Wappen versehen und wird als individuelles Stück aufbewahrt und genutzt. Im Gegensatz dazu existiert eine Flagge in mehrfacher Ausführung. Während man eine Flagge hisst, wird eine Fahne an einer Fahnenstange befestigt. Diese Befestigung kann auf verschiedene Weisen erfolgen, zum Beispiel durch Nähen oder Klemmen.1

Im Folgenden stellen wir Ihnen die unterschiedlichen Fahnentypen vor:

FahnentypMerkmaleEinsatzbereich
HissfahnenGroße Fläche, an hohen Masten befestigt, sichtbar aus großer Entfernung.Hauptsächlich Außenbereich
Hissfahnen im HochformatFür Fahnenmasten mit oder ohne Ausleger. Mit Ausleger immer voll entfaltet, ohne Ausleger benötigt Wind. Sondertyp: Extender-Flags mit elastischen Stäben für Spannung bei wenig Wind.Außenbereich
Hissfahnen im QuerformatBekannte Art, oft als Nationalfahnen. Benötigen relativ viel Wind zur Entfaltung.Repräsentative oder symbolische Anlässe
KnatterfahnenErzeugen Geräusche bei starkem Wind.Gemeinden, Firmenbanner vor Geschäfts- und Verkaufsräumen
SchwenkfahnenAuch Stockfahnen genannt. Bezieht sich auf die Tätigkeit des Schwenkens. Beliebt bei Fußballfans und in der Sportart Fahnenschwingen.Sportveranstaltungen, besonders Fußballstadien
BannerfahnenOptimal für den Innenbereich, nimmt Wind wie ein Segel auf.Innenbereich: Messen, Präsentations- und Promotionstände
Bannerfahnen für FahnenmastenOutdoor-Einsatz möglich, benötigen Sturmsicherung. Hohe Sichtbarkeit und dynamische Bewegung im Wind.Außenbereich, um die Sichtbarkeit einer Marke zu erhöhen
Bannerfahnen als TragefahnenWerden bei Vereinsumzügen und -feierlichkeiten genutzt. Oft aus Seide oder Damast, mit Stickereien verziert.Vereinsumzüge, Feierlichkeiten, Sportveranstaltungen
StandartenRechteckiges Tuch mit Symbolen, Wappen. Historisch zur Truppenkennzeichnung und Kommunikation genutzt. Auch als „Autoflaggen“ bekannt.Zeremonielle Anlässe, Paraden, offizielle Veranstaltungen
Hängefahnen / SchrägfahnenWindunabhängig, zur Dekoration von Gebäuden. Hängefahnen haben senkrechte Stangen, Schrägfahnen schräge.Dekoration an Gebäuden
SchmuckfahnenKleine Fahnen, oft „Fähnchen“ genannt, mit Landesfarben, Wappen, Logos oder Schriftzügen.Volksfeste, Gastronomie, Reisebüros
ZaunfahnenAusdruck von Sympathie und Unterstützung für Sportvereine. Auch für Werbezwecke in Stadien.Stadien, Sporthallen, Arenen
BlockfahnenAuch Megafahnen genannt. Große Fahnen, die von vielen Fans gleichzeitig gehalten werden.Sportstadien, Sportevents, oft für kreative und werbliche Zwecke genutzt

Hissfahnen

Fachleute und Unternehmer entscheiden sich sehr oft für die so genannten Hissfahnen. Sie haben in der Regel einen große Fläche und werden an vergleichsweise hohen Fahnenmasten angebracht, um auch aus großer Entfernung sichtbar zu sein. Hauptsächlich werden diese Fahnen im Außenbereich eingesetzt. Bei den Hissfahnen wird zwischen verschiedenen Typen unterschieden:

Hissfahnen im Hochformat

Diese Fahnen sind entweder für Fahnenmasten ohne Ausleger oder für Fahnenmasten mit Ausleger konzipiert. Im zweiten Fall spricht man auch von „Galgenmastfahnen“. Während dieser Fahnentyp auch ohne Wind stets voll entfaltet bleibt, braucht es bei Hissfahnen, die an einem Fahnenmast ohne Ausleger befestigt sind, zumindest ein wenig Wind, um sie zur Entfaltung zu bringen. Einen Sondertyp bilden die Hissfahnen mit Stabilisator, auch Extender-Flags genannt. Diese spezielle Art ist ebenfalls für Fahnenmasten ohne Ausleger gedacht. Elastische Stäbe, die im Spezialsaum der Fahnen platziert werden, sorgen für eine optimale Spannung der Fahnen auch bei geringen Windstärken.

Hissfahnen im Querformat

Bei diesem Fahnentypus handelt es sich um die wohl bekannteste Art von Flaggen. Vor allem in Form von Nationalfahnen hat sie wohl jeder schon einmal gesehen (die Nationalflaggen der meisten Länder sind im Querformat gestaltet). Diese Fahnenart benötigt jedoch relativ viel Wind, um sich voll zu entfalten. Deshalb werden  Hissfahnen im Querformat eher selten zu Werbezwecken eingesetzt. Ihr Anwendungsbereich sind dagegen häufig Anlässe, bei denen sie repräsentativen oder symbolischen Zielen dienen.

Knatterfahnen

Dies ist zugegebenermaßen ein etwas ungewöhnlicher, aber gleichzeitig ein sprechender Name. Denn diese Fahne verdankt Ihren Namen den Geräuschen, die Sie bei starkem Wind erzeugt. Knatterfahnen werden, ebenso wie Hissfahnen, gern und häufig eingesetzt. Da sie auch bei Wind immer gut lesbar ist, wird die Knatterfahne gerne als Gemeindefahne oder auch als Firmenbanner vor Geschäfts- und Verkaufsräumen verwendet.

Schwenkfahnen

Schwenkfahnen, auch Stockfahnen genannt, haben, genau wie die Knatterfahne, einen sprechenden Namen. Der Unterschied: Hier referiert die Bezeichnung nicht das Geräusch, das die Fahne erzeugt, sondern die Tätigkeit, die mit ihr ausgeführt wird. Schwenkfahnen sind ein Muss für jeden Fussballfan, wenn er (oder sie) am Wochenende ins Stadion geht und, im wahrsten Sinne des Wortes, Flagge zeigen will. Das ist jedoch nicht die einzige Verwendung für Schwenkfahnen: In der sportlichen Disziplin des Fahnenschwingens ist dieser Fahnentypus nicht bloß Merchandise für Fans, sondern steht als Sportgerät im Mittelpunkt des Interesses. Mehr dazu können Sie übrigens in unserem Artikel „Fahnen im Alltag“ lesen.

Bannerfahnen

Dieser Fahnentyp kommt vermehrt im Innenbereich zum Einsatz, da sie, wie ein Segel, den Wind optimal aufnimmt. Für den Außeneinsatz ist sie wegen ihre optimalen Windaufnahme eher ungeeignet. Sie würde unter Umständen umgerissen oder beschädigt. Dafür leisten Bannerfahnen als Indoor-Werbeträger und zur Innendekoration hervorragende Dienste. Auch ohne Wind kommt dieser Fahnentyp immer voll zur Geltung und eignet sich daher besonders gut für Messen und Präsentations- bzw. Promotionstände.

Hängefahnen

Bannerfahnen für Fahnenmasten

Natürlich gibt es auch Fälle, wo auf den Outdoor-Einsatz von Bannerfahnen nicht verzichtet werden kann. In solchen Fällen empfiehlt es sich unbedingt, die Fahnen mit einer Sturmsicherung vor Beschädigungen durch zu starken Wind zu schützen. Eine solche Sicherung verhindert auch störende Geräusche, die durch zu starkes Flattern der Fahne verursacht werden können. Zusätzlich können Bannerfahnen noch mit einer so genannten Ringsicherung versehen werden. Bannerfahnen bieten eine hohe Sichtbarkeit und erzeugen dynamische Bewegungen im Wind. Diese Bewegung fällt sofort ins Auge und verleiht der Werbebotschaft eine lebendige und auffällige Präsenz. Dank dieser Besonderheiten sind Bannerfahnen für Fahnenmasten eine effektive Möglichkeit, die Sichtbarkeit einer Marke zu erhöhen, Aufmerksamkeit zu erregen und potenzielle Kunden anzusprechen.

Bannerfahnen als Tragefahnen

Diese Art von Bannerfahne kommt vor allem bei Vereinsumzügen und -feierlichkeiten oder bei Sportveranstaltungen zum Einsatz. Nicht selten handelt es sich dabei um Fahnen aus Seide oder Damast, die mit aufwändigen Stickereien (Vereinswappen etc.) verziert sind und in Handarbeit angefertigt wurden. Tragefahnen hängen normalerweise an Querstäben und werden von einem Flaggenstock gehalten, die wiederum von einer Person getragen werden.

Bannerfahne als Tragefahne

Standarte

Die Standarte ist eine spezielle Flaggenform, die gewissermaßen als Unterart der Bannerfahne bezeichnet werden kann. Insbesondere in der Heraldik nehmen Standarten eine Sonderstellung ein. Sie besteht in der Regel aus einem rechteckigen Tuch oder Stoff, das an einem Fahnenmast oder einer Stange befestigt ist. Die Standarte ist oft mit Symbolen, Emblemen, Wappen oder anderen spezifischen Markierungen verziert, die die Identität oder Zugehörigkeit der Einheit oder Organisation repräsentieren.

Historisch erfüllten Standarten vielfältige Funktionen: Sie dienten als Kennzeichen, um Truppenpräsenz auf dem Schlachtfeld anzuzeigen und die Kommunikation zwischen Einheiten zu erleichtern. Zudem wurden sie zur Identifikation einer Armee, eines Regiments oder einer Gruppierung genutzt. Ursprünglich – und auch bis heute noch für diesen Zweck eingesetzt – waren Standarten die offiziellen Hoheitszeichen von Staatenlenkern, Ländern oder Diplomaten. Sie zeigen den Standort desjenigen an, der zum „Tragen“ einer Standarte berechtigt ist, Ein klassisches Beispiel bilden die Fahnen, die an Staatslimousinen bei Besuchen hochrangiger Politiker aus dem Ausland zu sehen sind. Umgangssprachlich werden diese heutzutage schlicht als „Autoflaggen“ bezeichnet. Standarten werden ebenso bei zeremoniellen Anlässen, Paraden oder offiziellen Veranstaltungen eingesetzt. Sie symbolisieren Stolz, Tradition und Einheit und dienen als visuelles Erkennungszeichen für die jeweilige Organisation oder Institution. In einigen Fällen wird der Begriff „Standarte“ auch im übertragenen Sinne verwendet, um auf eine führende oder repräsentative Position in einer bestimmten Branche oder einem Bereich hinzuweisen.

Hängefahne/ Schrägfahne

Hängefahnen

Schlussendlich gibt es noch den Typ der Hängefahnen. Diese windunabhängigen Fahnen eignen sich für die Dekoration von und an Gebäuden. Sie werden in den unterschiedlichsten Größen und Proportionen angeboten, abhängig von der Beschaffenheit des Bauwerks, dem Zweck der Fahne und den allgemeinen örtlichen Gegebenheiten. Je nach der Art der Anbringung spricht man von Hänge- oder Schrägfahnen. Bei einer Hängefahne ist die Fahnenstange senkrecht zur Hauswand angebracht, während im Falle einer Schrägfahne die Fahnenstange in einem schrägen Winkel zur Hauswand befestigt ist.

Schmuckfahnen

Schmuckfahnen begegnen uns häufig im Alltag. Besonders oft sind sie auf Volksfesten, in der Gastronomie oder auch in Reisebüros zu sehen. Gemeinhin werden sie aufgrund ihrer verhältnismäßig kleinen Größe einfach „Fähnchen“ genannt. Meistens zeigen sie Landesfarben oder –wappen, Logos und Schriftzüge der Marken, die sie bewerben sollen.

Zaunfahnen

Auch hierbei handelt es sich um einen Fahnentyp, mit dem Fans Sympathie und Unterstützung für Ihren Sportverein bei großen Turnieren Ausdruck verleihen können. Selbstverständlich kann die Zaunfahne auch gut zu Werbezwecken in Stadien, Sporthallen und Arenen eingesetzt werden; jedoch kommen eben auch Fans häufig in den Genuss, mittels dieser Fahnen ihren Support unter Beweis zu stellen. Ob nun die Heimatstadt, der Name einer Fankurve oder nur ein markiger Spruch darauf geschrieben steht: Ohne Zaunfahnen wäre ein Stadion nicht das, was Sportfans so sehr schätzen.

Blockfahnen

Als „jüngster“ Fahnentyp, der vornehmlich in Sportstadien zu Hause ist, gilt die sogenannte Blockfahne. Sie wird auch als Megafahne bezeichnet. Ihre monumentale Größe macht es möglich, von zahlreichen Fans gleichzeitig entrollt und für Stadionbesucher und Fernsehkameras gut sichtbar zu präsentieren und durch das Stadion zu reichen. Viele Fanclubs gehen dabei äußerst kreativ zu Werke und lassen sich zu jeder Saison oder zu jedem wichtigen Spiel etwas Neues einfallen; aber auch die Werbewelt hat die Wirksamkeit von Blockfahnen für sich entdeckt und lässt bei Sportevents oft ihre eigenen Megafahnen durch das Publikum wabern, die neben einer sportlichen Botschaft natürlich auch geschickt platzierte Werbehinweise zeigen.

  1. Siehe: Protokoll-Inland.de: Flagge oder Fahne? ↩︎